Startseite    
Kickboxen Verteidigung
 

Deckungen beim Kickboxen


Die Verteidigung ist wichtiger als der Angriff. Beim Training sollte die Verteidigung ausreichend geübt werden. Man unterscheidet Deckungsarbeit (Passives Abfangen der Schläge mit der Deckung), Paraden (Wegschlagen der gegnerischen Techniken), Meidbewegungen (Ausweichen aus dem Stand) und Ausweichbewegungen (Ausweichen durch Seit- bzw. Rückschritte). Bei allen Verteidigungsarten ist es wichtig den Gegner im Auge zu behalten und sich nicht wegzudrehen. Grundsätzlich ist es zweckmäßig, auf die Außenseite (tote Seite) des Gegners zu gelangen, damit keine weiteren Angriffe erfolgen können.


Deckungsarbeit beim Kickboxen

Die Deckungsarbeit besteht aus dem Abfangen der gegnerischen Angriffe durch Körperpartien, die keine Treffer sind (weder Wirkung noch Punkte zählen), wie z. B. die Fäuste, Arme, Schultern. Der Angriff wird insbesondere durch die geöffnete Faust abgefangen. Bei harten Schlägen, wie z. B. hintere Gerade des Gegners empfiehlt sich ein Rückschritt und das Abfangen mit der Schulter. Dabei wird die Schulter nach innen gedreht.


Doppeldeckung beim Kickboxen

Eine besondere Form der Deckung ist die sog. Doppeldeckung. Die Doppeldeckung dient zum Schutz vor Schlagserien oder um in die Halbdistanz des Gegners zu gelangen. Bei der Doppeldeckung werden beide Hände vor dem Kopf gehalten und die Arme decken den Körper. Die Arme und die Hände müssen mit Kraft fixiert werden und bilden quasi einer Mauer gegen Angriffe. Die Arme können am Körper abgestützt werden. Wenn die Deckung nicht fest gehalten wird, werden die eigenen Fäuste ins Gesicht geschlagen. Wichtig ist wie immer der Blickkontakt mit dem Gegner. Nie weg schauen oder Augen zu machen. Auch nicht den Kopf zur Seite drehen. Diese Deckung eignet sich nur für eine kurze Zeit. Nachteil der Deckung ist, das man in die Defensive getrieben wird. Die Doppeldeckung ist geeignet einen Ansturm des Gegners abzuhalten. Man muss jedoch zusehen, dass man möglichst schnell wieder die Initiative gewinnt, z. B. durch nach vorne gehen (den Gegner im Angriff stören), seitwärts auszuweichen und/ oder zu kontern.

Es gibt noch eine Variante der Doppeldeckung: Die vordere Schulter wird vorgeschoben und deckt den Kopf. Der hintere Arm ist wie bei der herkömmlichen Doppeldeckung dicht am Körper. Der vordere Arm wird – anders als herkömmlich – nicht senkrecht, sondern waagerecht gehalten.


Kopfdeckung rechts beim Kickboxen

Man fängt mit der rechten Hand vor dem Kopf die Führhand des Gegners auf. Die Handinnenfläche ist dabei nach außen gerichtet. Es handelt sich hierbei um die häufigste Verteidigungstechnik. Beim Einsatz der eigenen Schlaghand muss die Führhand die Deckungsfunktion übernehmen.


Kopfseitdeckung beim Kickboxen

Die Kopfseitdeckung eignet sich gegen Seitwärtshaken. Die Faust wird mit dem Rücken nach außen an den Kopf gehalten und der Ellenbogen angehoben, so dass der Unterarm und der Faustrücken den Kopf seitlich decken. Der Oberkörper kann mit dem Schlag seitlich gebeugt werden um so die Kraft des Schlages zu nehmen.


Unteramblock beim Kickboxen

Haken und gerade Schläge auf den Oberkörper werden mit dem Unterarmblock abgefangen. Die Unterarme fangen den Angriff ab. Der Schlag landet so nicht auf dem Oberkörper, sondern auf den Armen.


Paraden beim Kickboxen


Bei den Paraden werden die Techniken des Gegners nicht nur abgefangen, sondern abgelenkt. Die Technik des Gegners wird z. B. durch die Innenfläche der Faust aus der Bewegungsrichtung nach innen geschlagen.


Parade nach innen beim Kickboxen

Mann schlägt mit der geöffneten Hand bzw. mit dem Unterarm den Arm des Gegners nach innen weg. Die Parade sollte immer mit dem gegenüberliegenden Arm erfolgen (linke Gerade mit rechter Hand parieren). Dann ist die zweite Hand des Gegners durch die weg geschlagene Hand blockiert. Die Parade kann sowohl mit der Führhand als auch mit der Schlaghand erfolgen. Nach einer Parade hat man eine gute Ausgangsstellung zum Kontern, insbesondere für einen Haken.


Parade nach außen beim Kickboxen

Der angreifende Arm des Gegners wird nach außen bzw. schräg nach oben aus der Angriffslinie geschlagen. Die Parade sollte mit der gleichen Seite wie beim Angreifer erfolgen, das heißt die linke Hand wird mit der Linken pariert und umgekehrt. Dadurch wird wieder gewährleistet, dass der andere Arm des Gegners nur noch eingeschränkt einsetzbar ist. Sollte es einmal nicht möglich sein mit dem richtigen Arm zu parieren, dann sollte mit der Parade ein Schlag mit der anderen Hand ausgeführt werden.


Parade nach oben beim Kickboxen

Die Parade nach oben ist nur für kleinere die Boxer geeignet. Sie erfolgt im Grunde wie die anderen Paraden nur nach oben. Die Knie müssen dabei besonders stark gebeugt werden, um unter den Schlag des Gegners zu gelangen. Danach bietet sich ein Aufwärtshaken zum Kopf oder ein Aufwärts- oder Seitwärtshaken zum Körper an.


Meidbewegungen beim Kickboxen allgemein:


Um den Angriffen des Gegners ausweichen zu können, muss man schnell sein. Die sog. „Schrecksekunde“ muss durch das Beobachten des Gegners und Erahnen der Technik verkürzt werden. Man muss also darauf vorbereitet sein, jederzeit einem Angriff auszuweichen. Bei der Ausweichbewegung darf es zu keiner Überreaktion kommen, d. h. die Bewegung muss minimal sein um den Angriff gerade noch so auszuweichen. Ansonsten wird die Ausweichbewegung zu lang dauern und eine ungünstige Stellung verursachen. Wenn die Ausweichbewegung zu heftig ist, kann das Gleichgewicht verloren gehen. Bei einer kleinen Meidbewegung ist die Position zum Kontern günstiger. Es gehört daher eine gewisse „Abgebrühtheit“ dazu, wirklich nur die geringste Ausweichbewegung zu machen.


Meidbewegungen beim Kickboxen aus dem Stand:


Abducken nach unten beim Kickboxen

Beim Abducken nach unten beugt man sowohl den Oberkörper als auch die Knie in Richtung Boden. Wichtig ist, dass der Blickkontakt zum Gegner nicht verloren geht. Die Blickrichtung bleibt also zum Gegner gerichtet.


Ausweichen zur Seite beim Kickboxen

Der Oberkörper wird nach Links oder Rechts verlagert, wobei das Gewicht auf das linke bzw. rechte Bein verlegt wird. Das linke bzw. rechte Bein wird dabei gebeugt. Der Oberkörper ist wie bei einem V seitlich nach links bzw. rechts versetzt. Hier ist es auch wieder günstig, wenn der Oberkörper zur Außenseite des Gegners geneigt wird, damit man nicht in die andere Hand des Gegners zu spüren bekommt. Sollte man dennoch nach innen ausweichen, ist es notwendig sofort zu kontern.


Rückneigen beim Kickboxen

Das Rückneigen eignet sich insbesondere um geraden Techniken auszuweichen. Hierzu wird das Gewicht auf das Hinterbein verlagert und das Hinterbein leicht gebeugt. Der Oberkörper wandert so nach hinten. Aus dieser Position heraus sollte dann möglichst gleich gekontert werden, z. B. durch das sofortige nach vorne schnellen mit einer Geraden.


Abrollen beim Kickboxen

Beim Abrollen beschreibt der Oberkörper eine kreisförmige Bahn in die gleiche Richtung (mit dem Schlag mitgehen) des Schlages bis die Ausgangsposition wieder erreicht ist. Durch das Mitgehen mit dem Schlag, wird dem Schlag die Wirkung genommen, selbst wenn der Schlag noch treffen sollte. Nach dem Abrollen bietet sich die Möglichkeit zum Kontern mit einem Seitwärtshaken an.
Fight Club HST e.V.
Ansprechpartner Kickbox-Fakten Kickbox-Grundlagen Kickbox-Verteidigung
Texte
KICKBOXEN24
KontaktImpressum